*** Gemeinsam hatten wir eine schöne Zeit und zu einigen anderen Teilnehmern habe ich heute noch Kontakt.***
Die Gastfamilie – Full House in Costa Rica

Die Kinder waren sehr offen und hatten keine Berührungsängste uns Deutschen gegenüber. Wir machten Blödsinn und spielten mit den Kleinen, als wären es unsere Geschwister. Das Leben spielte sich sowieso zumeist im Wohnzimmer ab. Hier wurde gegessen, gespielt, Fernsehen geschaut und – in meinem Fall – mit Hand und Fuß versucht, Spanisch zu sprechen. Erstaunlich, wieviel man ohne Worte erklären kann!
Die Sprachschule – Klein, aber fein
Als ich das Eingangstor hinter mir zuzog, stand ich plötzlich in einer liebevoll angelegten Grünanlage mit einem kleinen Schulgebäude und zwei kleinen Wohnhäusern im hinteren Teil des Geländes.

Die Lehrerinnen und Angestellten waren alle sehr nett und hilfsbereit. Sie machten es einem leicht, sie zu mögen. Der Unterricht machte vor allem deshalb Spaß, weil wir uns viel unterhielten. Da wir nur zu zweit im Unterricht saßen, war es ein bisschen wie Privatunterricht und wir konnten das Lerntempo anpassen. Vorher sprach ich kein Wort Spanisch, so waren die ersten zwei Wochen sehr viel mit Vokabeln lernen verbunden. Doch nach zwei Wochen gelang es mir schon, einfache Sätze zu formulieren.
Meine Ausflüge und Unternehmungen – Eine Tour zum Vulkan Poas
Das Land besitzt etliche Naturschutzgebiete und Nationalparks, in denen man Flora und Fauna besser kennen lernen kann. Da wir nur bis 12 Uhr Schule hatten, waren die Nachmittage oft mit Unternehmungen in die Region verplant. Am Wochenende suchten wir uns Ziele, die 4-5 Busstunden entfernt lagen, um Land und Leute besser kennen zu lernen.
Zu viert besuchten wir, an einem Vormittag den aktiven Vulkan Poás, der nur eine Autostunde von unserem Dorf entfernt lag. Nach der Stunde Autofahrt auf 2700 m Höhe und einem 20 minütigen Fußmarsch durch den grünschillernden Parque Nacional Volcán Poas, erreichten wir eine Aussichtsplattform. Wir hatten Glück und das Wetter gewährte uns freie Sicht in den Krater, der mit 1,5 km zu den größten weltweit zählt. Dicke Dampfwolken erhoben sich aus dem mit Wasser gefüllten Krater und schafften sich langsam Richtung Himmel. Es war beeindruckend und man fühlte sich plötzlich wie eine kleine Ameise. Einen 10-minütigen Fußmarsch entfernt, lag ein grün gesäumter, traumhaft schöner Kratersee, der schon einige tausende Jahre erloschen war und eher an einen Badesee erinnerte.
Auch abenteuerliches Wildwasserrafting und entspanntes Baden in heißen Vulkanquellen stand an einem anderen Wochenende auf dem Programm. Costa Rica hat in Sachen Freizeitaktivitäten eine Menge zu bieten.
Das Schildkrötenprojekt – 3 km einsamer Sandstrand!

Gekocht wurde für uns 3x täglich frisch, von einer einheimischen Köchin. Wer eine längere Zeit in Costa Rica verbringen möchte, der sollte sich mit Reis und Bohnen anfreunden. Das gibt es dort morgens, mittags oder abends und zählt zu den Grundnahrungsmitteln. Die Beilagen variierten von Gemüse über Kochbananen, Rühr-, Spiegeleiern, Nudeln und verschiedenen Fleischsorten. Brot kennen sie natürlich auch, allerdings nur eine Sorte: Weißbrot! Für mich als Brotliebhaberin waren das harte Zeiten. Limonade und Süßigkeiten sind dort ebenfalls sehr beliebt. Manche Marken sind aber durch den Import oft teurer als in Deutschland.

Unsere Aufgabe bestand darin, von 12 Uhr Mitternacht bis 3 Uhr morgens am Strand zu patrouillieren um die Nester aufzuspüren, auszugraben und die Eier in ein Gehege zu bringen. Dort sind sie sicher vor Fressfeinden und einheimischen Eierdieben. Mit dieser Arbeit erhöhen sich die Chancen, dass mehrere Schildkröten bis ins erwachsenen Alter überleben. Nach ca. 60 Tagen Brutzeit schlüpfen die Schildkröten, werden eingesammelt, gezählt und dann am Strand frei gelassen. Wir kontrollierten das Gehege mehrmals täglich und glaubt mir, wenn man ein Gelege mit 100 frisch geschlüpften Babys findet und sie am Meer frei lässt, entlohnt das für die ganze harte Arbeit am Tag.

Eure Michelle

