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Erfahrungsbericht – Freiwilligenarbeit in Tansania von Sarah

Erfahrungsbericht Tansania„Jambo, jambo bwana, habari gani, …“ so beginnt ein Lied, welches oft in Tansania (und anderen ostafrikanischen Ländern) gesungen wird. Es ist ein schönes Gefühl mit diesem Lied im Kopf durch die Straßen zu gehen und an ein warmes, interessantes, so facettenreiches und spannendes Land zu denken. Aber nun alles auf Anfang. 🙂

Ich habe über mehrere Ecken von diesen Projekten in Tansania erfahren. Danach hatte ich ein Gespräch und mir wurde schnell klar, welches Projekt mir am meisten gefallen würde: Ein Projekt mit jungen Mädchen, die, an zur Verfügung gestellten Nähmaschinen, Textilien (Kleidung, Kissenbezüge, Tasche, etc.) nähen. Dabei ging es bei mir nicht vordergründig um das Nähen, sondern das Nebenbei, welches Englisch unterrichten (nur die Basics…) und ein bisschen kultureller Austausch (spannende Themen) bedeutete. Aber dazu später mehr…

Ich wurde vom Flughafen abgeholt und der Fahrer brachte mich, ganz „africa-like“ (schöne laute Musik im Auto, Huckelpisten, …) direkt in meine Unterkunft. Dort wohnte ich in einem kuscheligen vier-Bett-Zimmer mit drei anderen Mädels. Ein Bad mit Toilette und Dusche war auch gleich nebenan. Die Küche bzw. der Speiseraum war in einem der angrenzenden Gebäude. Gleich am ersten „offiziellen“ Tag gab es einen Stadtrundgang und alles wurde wunderbar erklärt. Man lernte sich kennen, im Hostel, auf der Straße und überall da, wo Menschen sich begegnen. Afrikaner sind immer sehr interessiert und wenig scheu, alles gleich zu erfragen. 🙂

Am folgenden Tag ging es dann zum ersten Mal ins Projekt und ich lernte meinen „Mentor“ Ayubu kennen. Ein toller junger Mann, der sich viel für seine Schützlinge einsetzt. Mit ihm konnte ich alle Fragen und Anliegen jederzeit klären. Wir haben auch oft darüber gesprochen, dass ein kurzer Aufenthalt eines Freiwilligen schön, jedoch ein langer Aufenthalt eine ganz andere Basis und Beziehung zu den Jugendlichen schaffen kann. Deshalb empfehle ich jeder Person, welche einen solchen Trip plant, die längst-mögliche Zeit zu wählen. Nur so könnt ihr tief in die Kultur eintauchen und erfahren, warum z.B. Menschen aus/in Tansania so sind, wie sie sind. Auch Swahili-Lernen (eine der Sprachen in Tansania) ist auf längere Sicht einfacher und verständlicher. J

Für Freiwillige, die bereits im Ausland waren, sind ein Einstieg und das „Ankommen“ im Land meist etwas einfacher und unkomplizierter. Daher sind auch kurze Aufenthalte (ca. 4 Wochen) oder Besuche immer eine Reise wert. Aber für die erste Reise ist es oft etwas angenehmer, mehr als 4 Wochen zu bleiben.

Zurück zum Projekt. Jeden Morgen nach dem Frühstück (lecker Avocado Toast und einen süßen Tee) habe ich mich auf den Tag vorbereitet, d.h. ich habe mir Themen überlegt, welche sich gut mit den Mädchen besprechen lassen und welche den Mädchen auch etwas nützen à z.B. Essen/Trinken, Wetter, Zahlen, einfache Wörter, die sie im Englischen oft benutzen können. Dann alles notiert und mit Google Translater oder einem Wörterbuch von Englisch ins Swahili und umgekehrt aufgeschrieben. Im Projekt stand mir immer ein kleines White Board zur Verfügung, sodass ich alles anschreiben und aufmalen konnte. Den Mädchen habe ich ein Heft zum Schreiben zur Verfügung gestellt, sodass sie alles auch immer Zuhause nachschlagen können. So ging es nahezu jeden Tag im Projekt. Wir haben auch immer viel dazu interagiert, Szenen „nachgespielt“ oder einfach versucht, miteinander zu reden. Manchmal mit Händen und Füßen, manchmal wurde es aufgemalt oder Ayubu hat es dann noch übersetzt. Es gibt jedenfalls immer einen Weg zu kommunizieren und sich zu verstehen. Dazu gehört aber auch Mut und Verständnis füreinander. Tanzen ist zum Beispiel auch eine tolle Form des Miteinanders. 🙂 Traut euch!

An einem Tag im Projekt, in meiner letzten Woche, hatte ich mir das Thema Menstruation/ Verhütung herausgesucht. Dafür bedarf es aber natürlich viel Vertrauen und Offenheit. Diese wiederum darf man keinesfalls erzwingen oder einfordern. Sobald man merkt, es läuft nicht gut, muss man dieses Thema „beenden“. Nicht jeder erlebt immer nur positive Dinge und kann darüber hinwegsehen. In diesem Falle erfordert es ungemeines Feingefühl mit den Mädchen. Bei uns lief es ziemlich gut. Alle waren interessiert und gespannt, aber auch sehr zurückhaltend und schüchtern. Aufklärung im sexuellen Bereich bzw. der Periode der Frau ist hier nicht selbstverständlich. Die Mädchen des Projekts hatten jedoch ihren Spaß ein Kondom (welches ich im Hostel von einem Reisenden, nach der „Bekanntgabe“ meines Vorhabens im Projekt glücklicherweise geschenkt bekommen habe :)) über eine Banane zu ziehen und ein paar Informationen über z.B. der Menstruationstasse zu bekommen. Auch da können sich die Freiwilligen untereinander sehr gut ergänzen und in den Projekten gemeinsam unterstützen.

Jeden Mittag gab es ein paar Chapati‘s (eine Art herzhafter Eierkuchen) und einen süßen Tee zur Stärkung. Richtig lecker! Am Nachmittag ging es dann wieder zurück ins Hostel, wo nahezu alle Freiwilligen ihren Tag miteinander auswerteten. Manchmal gab es dabei auch neue Ideen und Input für die jeweiligen Projekte. Oder wir unternahmen einen Ausflug in die Stadt oder planten einen Ausflug für das Wochenende. Das ist auch jederzeit möglich, sollte jedoch immer im Vorfeld mit den Mentoren/ Ansprechpartner abgeklärt werden.

Na, bekommt man da nicht gleich Lust auf eine Safari? 🙂

Tansania hat viele tolle Nationalparks, die man sich immer wieder gerne anschauen kann. Es ist auch für jeden Tierliebhaber etwas dabei. Ob Elefanten, Krokodile oder Löwen, alles echt und wunderschön! Die Natur ist so gigantisch und schön, natürlich auch wild. Wenn man es einmal gesehen hat, kann man nicht mehr davon ablassen. Auf meiner letzten Safari in Tansania habe ich zum ersten Mal einen Gepard oder Leopard bei der Jagd gesehen. Da standen mir alle Haare auf dem Arm zu Berge, vor Aufregung. Wahnsinn. Dafür reichen diese Worte nicht im Geringsten aus. Jedenfalls gibt es viele Möglichkeiten, sich Land, Leute und Tiere anzuschauen. Ich war nahezu immer mit den Mitarbeitern des Hostels und oder anderen Freiwilligen unterwegs und habe mich immer sicher und entspannt gefühlt.

Ein Ausflug ist mir ganz besonders in Erinnerung geblieben: er führte uns zu den Hot Springs. Diese „heißen“ Quellen waren wie eine Art wunderschöne Lagune zum Schwimmen und entspannen. Dieser Bereich der Quellen war so unglaublich ruhig (trotz einiger Badegäste) und wunderschön anzusehen. Kann ich nur empfehlen! Ebenso war es ein super schöner Anblick auf der Rückfahrt, den Kilimandscharo im Sonnenuntergang zu beobachten. Wirklich fantastisch!

Wie ihr immer mehr heraushört, ist Tansania in jeden Fall eine Reise wert. 🙂

Ich kann die Projekte und die Unterkunft nur empfehlen. Ich würde es jederzeit wieder tun!

Kwaheri 🙂

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