Erfahrungsbericht Freiwilligenarbeit 5 Wochen Tierheim Projekt in Griechenland
Γεια σας! Mein Name ist Lucy und ich habe von März bis April 2026 5 Wochen auf dem wunderschönen Kreta verbracht und in einem Tierheim mit Hunden gearbeitet.
Als ich 2025 mein Abitur gemacht habe, war mir lange klar, dass ich unbedingt reisen und etwas ganz Neues auszuprobieren möchte. Von Jamso Trainee habe ich das erste Mal auf einer Messe mitbekommen und nach etwas Recherche bin ich auf das Tierheim Projekt – Straßenhunde in Griechenland‘ gestoßen.
Nach einer unkomplizierten Anmeldung stand der Plan also: Ich fliege nach Griechenland! Am 01. März bin ich im schönen Griechenland angekommen und wurde in meinem Apartment empfangen. Die Apartments liegen super zentral in der schönen Altstadt und in der Nähe vom Hafen. Alle wichtigen Geschäfte erreicht man zu Fuß. Das Apartment ist mit einer kleinen Küche, Bad, separatem Schlafzimmer und Waschmaschine ausgestattet – also alles was man braucht. Die Arbeit im Tierheim startet meist 1-2 Tage nach Ankunft. Am ersten Arbeitstag bekommt man dann zu Beginn alles gezeigt, wird in die Aufgaben eingeführt, und lernt die Hunde kennen.
Ein typischer Tag im Projekt sieht in etwa so aus:
Der Tag startet gegen 07:00 mit der Abholung durch die Mitarbeiter*innen im Tierheim. Mit dem Auto sind es ca. 15 Minuten vom Apartment bis zum Tierheim. Dort angekommen, geht es los mit dem Sauber Machen der einzelnen Gehege. Ich habe zusätzlich morgens auch noch die Katzen gefüttert. Zuerst macht man die Hundehaufen weg und mit einem Wasserschlauch spült man den Boden, Näpfe und ggf. Spielzeuge der Hunde sauber. Mit kleinen Leckerlis kann man in die Gehege recht einfach rein und wieder raus gehen. Das Sauber Machen nimmt einige Zeit in Anspruch, denn die Hunde sollen es schön sauber haben! Danach fallen unterschiedliche kleine Aufgaben an, wie z.B. Futter vorbereiten, spülen oder kleine Sachen aufräumen. Die meiste Zeit kann man aber nutzen um mit den Hunden zu spielen oder kuscheln! Zur Mittagszeit, gegen 12-13 Uhr werden dann die Hunde gefüttert. Die meisten Hunde sind dann auch schon total hungrig und können das Essen kaum erwarten. Viele Hunde bekommen normales Futter, aber es gibt auch einige, die ein besonderes Futter bekommen (müssen). Nach dem Füttern hat man manchmal noch kurz Zeit, die man mit den Hunden verbringen kann, und danach wird man dann auch schon wieder gegen 13:3014:30 ins Apartment gebracht. Dadurch, dass es noch so früh ist, hat man den Rest des Tages noch viel Freizeit. Die kann man zum Beispiel für Haushaltsaufgaben nutzen, wie Wäsche waschen, Essen kochen, Geschirr spülen, oder man geht raus und isst etwas in einem lokalen Restaurant, besucht die schönen Strand oder schlendert durch die gemütlichen Gassen der Altstadt.
Außerdem hat man pro Woche zwei ganze Tage Freizeit! Diese kann man dann z.B. für längere Ausflüge nutzen. Wann man frei hat, entscheidet sich meistens zum Monatsanfang, wenn der Arbeitsplan erstellt wird.
Das Projekt im März zu machen hatte, meiner Meinung nach, sowohl Vorteile, als auch Nachteile.
Ein Nachteil ist zum Beispiel, dass zu dieser Zeit noch keine Hauptsaison ist, und viele Geschäfte, Läden, Restaurants noch geschlossen haben. Das war mir, als ich angekommen bin, gar nicht bewusst! Allerdings haben in der Zeit wo ich dort war, jeden Tag immer mehr Läden geöffnet. Ich habe gehört, dass spätestens nach dem griechischen Osterfest jedoch alles offen sein soll. Ich habe die Nebensaison aber nicht nur als Nachteil empfunden: Die Straßen waren alle, vor allem zu Beginn meiner Zeit, noch sehr ruhig und friedlich, nur wenige Menschen waren unterwegs. Außerdem hatte ich mein Apartment für mich alleine und konnte ganz unabhängig meine Sachen überall ausbreiten und alles benutzen wann und wie ich wollte.
Ein anderer Punkt ist das Wetter. Ich hatte tatsächlich etwas Pech mit dem Wetter während meiner Zeit, da es sehr oft geregnet hat und auch nicht immer sehr warm war. Ich habe allerdings auch gehört, dass das eigentlich untypisch zu dieser Zeit ist und es normalerweise schon deutlich schöneres Wetter gibt. Für die Freizeit war das natürlich schade, aber für die Arbeit im Tierheim tatsächlich gar nicht so schlecht. Dadurch, dass es körperliche Arbeit ist, könnte ich mir das Projekt persönlich nicht im Hochsommer vorstellen. Dafür soll es aber während der Sommermonate deutlich mehr Freiwillige geben. Es hat also alle seine Vor- und Nachteile!
Insgesamt würde ich das Projekt auf jeden Fall empfehlen, vor allem wenn man tierlieb ist. Es hilft natürlich Erfahrung mit Hunden zu haben, es ist aber auch kein Problem, wenn man sich noch nicht so gut mit Hunden auskennt – man lernt recht schnell!
Für mich persönlich waren die ersten Tage im Tierheim eine echte Herausforderung. Es war alles sehr neu und überfordernd – eine große Umstellung im Vergleich zu meinem ‚normalen‘ Leben Zuhause. Als ich mit einer anderen Freiwilligen gesprochen habe, hat sie tatsächlich das gleiche berichtet. Ich dachte nach den ersten Tagen, ich mag gar keine Hunde mehr! Aber keine Sorge! Mit jedem Tag, den man mehr arbeitet und die Hunde erlebt, gewöhnt man sich mehr an die Arbeit. Das Sauber Machen geht einfacher und schneller und auch das Füttern fällt einem mit mehr Übung viel leichter! Und die Hunde schließt man jeden Tag mehr ins Herz.
Und Spoiler: Ich mag tatsächlich immer noch Hunde, wahrscheinlich sogar mehr als vorher! Ich habe mich immer wohler gefühlt und die Arbeit hat auch immer mehr Spaß gemacht. Wichtig zu wissen ist auch, dass man sich immer an die Mitarbeiter*innen wenden kann, ob bei Fragen, oder wenn man sich mit etwas nicht wohl fühlt. Alle sind super nett und, was ich sehr cool finde, total unterschiedlich in Alter und Herkunft. Und nicht nur die Leute aus dem Tierheim: Bereits in meinen ersten Tagen habe ich gemerkt, es stimmt, was man sagt: Die Griech*innen sind wirklich alle total freundlich.
Und irgendwie gingen die 5 Wochen dann viel zu schnell zu Ende.
Ich vermisse die wunderschöne Natur aus Strand, Meer und Bergen jetzt schon.
Und natürlich auch die ganzen lieben Hunde, die ich so ins Herz geschlossen habe, dass ich am liebsten alle mit nach Hause genommen hätte!
Ich war sehr traurig, dass die Zeit so schnell umgegangen ist und freue mich schon, irgendwann nochmal wieder zu kommen!
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